Technologische Umbrüche werden meist als Wettbewerb einzelner Technologien erzählt. Das Forschungsprogramm beginnt an einer anderen Stelle: Was verändert sich, wenn künstliche Intelligenz, Robotik, Energie, Biotechnologie, neue Materialien, Neurotechnik und digitale Vertrauenssysteme zunehmend miteinander verbunden werden?
Der Gegenstand reicht damit über bessere Werkzeuge hinaus. Neue technische Systeme können immer mehr Schritte derselben Wirkungskette verbinden: einen Zustand erfassen, ein Modell bilden, eine Entscheidung wählen, physisch oder digital eingreifen und aus dem Ergebnis lernen. Zivilisatorisch relevant wird diese Entwicklung dort, wo solche Kreisläufe Produktion, Verwaltung, Medizin, Sprache oder Eigentum dauerhaft verändern.
Die technische Fähigkeit trifft jedoch auf sehr verschiedene Ausgangslagen. Ein Unternehmen verfügt vielleicht über Kapital, aber über keine Datenarchitektur. Ein Staat kann digitale Dienste aufbauen und bei Netzen oder Bildung zurückliegen. Eine Person erhält Zugang zu leistungsfähigen Werkzeugen und erlebt gleichzeitig, dass ihr erworbenes Fachwissen an Wert verliert. Genau diese Unterschiede bilden den eigentlichen Gegenstand des Programms.
Leitgedanke Das Programm modelliert Bedingungen möglicher Entwicklungspfade. Es untersucht, wie technische Fähigkeiten, reale Adaption und normative Verarbeitung miteinander gekoppelt sind, wo Engpässe entstehen und wie sich dadurch Produktivität, Macht, Souveränität, Teilhabe und menschliche Selbstwirksamkeit verändern.